Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd

Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd (HBP) nach Monika Brossard

Durchgeführt von Sabine Kainmüller und Conny Wernitznig

Die Methode Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd (HBP) ist eine aus Erfahrung und Fachwissen entwickelte Möglichkeit, Menschen bei verschiedenen Prozessen der Heilung zu begleiten und zu unterstützen. Monika Brossard hat sie anhand ihrer langjährigen Erfahrung als Reittherapeutin und Reitpädagogin entwickelt und konzipiert.

Was ist HBP?

Heilpädagogisches Begleiten mit den Pferd, eine begleitete und geführte Begegnung mit Pferden, ist eine symptomübergreifende und prozessorientierte Methode, die sich mit der Gesamthaltung des Klienten zu sich, seinen eigentlichen Bedürfnissen und seiner sozialen Umwelt beschäftigt. Dem Klienten wird Raum für eigenes Erleben, Erfahren und Entscheiden geboten, da die Symptome der verschiedenen Behinderungen nicht im Vordergrund stehen. Die Orientierung auf den gesamten Menschen ohne Leistungs- und Veränderungsanspruch ist die Grundlage für die Arbeit mit HBP. Es werden alle Bereiche der menschlichen Wahrnehmung und des menschlichen Empfindens (Körper – Geist und Seele) angesprochen.

Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit dem Pferd, sowie der Aufbau einer Beziehung zum Pferd. Das Reiten steht nicht im Vordergrund.

Wie arbeitet HBP?

Die Grundlage der Arbeit ist der Beziehungsaufbau zwischen Klient und Pferd, die durch den Begleiter aktiviert und unterstützt wird.

Methoden:

  • Geführte Schrittausritte
  • Sitzen auf dem longierten Pferd
  • Liegen auf dem Pferd
  • Pferd pflegen, berühren, spüren
  • Meditation, Märchen, Geschichten und Fantasiereisen
  • Selbständiges Führen im Gelände und im Hindernisparcours
  • Umgang und Erleben des Pferdes in seinem natürlichen Umfeld
  • Wahrnehmungsschulung
  • Ermöglichen verschiedenartiger Begegnung mit dem Pferd vom Boden aus ohne bestimmte Absicht oder Aufgabe

Was bewirkt HBP? / Auswirkungen

  • erwerben von sozialen Kompetenzen
  • Realitätsgewinn durch dem Umgang mit dem Pferd
  • Verbesserter Antrieb
  • Vermehrte Selbständigkeit und Leistungsfähigkeit
  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Erleben von Kontakt und Nähe zu einem anderen Lebewesen ohne Angst vor Grenzverlust
  • Möglichkeit zu Regression und Nacherleben von Geborgenheit und Nähe
  • Angstbewältigung und deren positive Folgen: Abbau von Berührungsängsten, Zurückweisung, Vertrauensaufbau, stressfreie Kommunikation
  • Neue Energie
  • Wahrnehmen von sich selbst und seinen Bedürfnissen
  • Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit
  • Stärkung des Durchhaltevermögens
  • Erhöhung der Frustrationstoleranz durch Motivation und angenehm Erfahrungen
  • Erfahrung von Möglichkeiten und Fähigkeiten des eigenen Körpers, Erweiterung und Differenzierung des Körperbewusstseins:
  • Schulung von Gleichgewicht und Reaktionsvermögen
  • Aufrichtung und Entspannung des Körpers – positive Wahrnehmungen werden verstärkt möglich
  • Bauch und Brust werden frei zum Atmen – Lösen von Verspannungen, Auslösen von Gefühlen
  • Becken loslassen: Das harmonische Zusammenspiel des eigenen Körpers mit dem des Pferdes als positive Verstärkung
  • Tempo als Aktivator – kein Raum für depressive Gefühle

Für wen ist HBP geeignet? / Indikationen:

  • angeborene und erworbene Entwicklungsstörungen oder –defizite
  • geistige Behinderung
  • Autismus
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Psychosomatische Störungen, z.B. Depressionen, Aggressionen, Essstörungen
  • Hyperaktivität
  • Sozialverhaltensstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Selbstwertproblematik
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Ängste, Phobien, Zwangserkrankungen
  • Gefühlsstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Missbrauch
  • Verschiedene körperliche Beeinträchtigungen
  • Krisen ganz allgemein

Für wen ist HBP nicht geeignet? / Kontraindikationen

  • akute körperliche Erkrankungen mit Fieber und geschwächtem Allgemeinzustand
  • erhöhtes Verletzungsrisiko
  • Allergien
  • Unkontrollierbare Aggressionen gegen Pferde
  • Selbstgefährdetes Verhalten
  • Schwere Zwangserkrankungen oder Phobien
  • Akute psychotische Zustände

–> Einzelfallentscheidungen sind hierbei jedoch immer vorzunehmen

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